Kommt da n Komma?

Veröffentlicht: 24. April 2016 in Uncategorized

Als ich vor einigen Jahren Brasilianisches Portugiesisch auf Lehramt studierte, erklärte mir ein lieber Kommilitone, der Brasilianer setzt in einem Satz immer dann ein Komma, wenn er das Bedürfnis verspürt, zu atmen. Seitdem kommt es mir so vor, als seien die Brasilianer hyperventilierende Wesen, die gefühlt nach jedem zweiten Wort atmen. Der Deutsche geht sehr sparsam mit seiner Atemluft um, will heißen: die Kommasetzung erscheint uns weit sparsamer. Das Komma kann zwischen Satzteilen oder zwischen Sätzen stehen. Hier die wichtigsten Regeln.

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Alle Übungen der Woche

Veröffentlicht: 24. April 2016 in Übung der Woche

ÜdW Kommasetzung

 

Neulich in Berlin. Ein kleines Gespräch zu politischen Themen: „Ich möchte dir deine Frage so antworten: …“ Und ich denke nur: Dem haben Sie wohl den Kasten mit den Vorsilben geklaut. Ist ja auch nicht so einfach. Wenn man nur an dieses eine Verb mit seinen möglichen Vorsilben (Präfixen) denkt, kann einem schon schwindlig werden: antworten, beantworten, verantworten, überantworten. Und was wäre denn nun bitte der genaue Unterschied zwischen besteigen und ersteigen? Haben die Vorsilben eine eigene Bedeutung? Es gibt ja Leute die mit der Meinung herumlaufen, ver- bedeute immer so etwas wie falsch. Es geht um die vertrackten Vorsilben. Den Rest des Beitrags lesen »

TEILen

Veröffentlicht: 30. März 2014 in Uncategorized

Die Karine ist, ein ganz böses Mädchen. Immer wenn ich gerade denke, dass ich so langsam mein Wochenende einläuten kann, kommt sie mit einer klitzekleinen Frage, die sozusagen den Zeitenlauf verändert. Heute war es mal wieder soweit. da teilte sie mir mit, dass das mit dem Teilen und Urteilen und vor allem mit dem Genus von Teil und Urteil und Vorteil und Nachteil doch ganz schön verzwickt sei, und überhaupt: so richtig hat man noch nie Nachricht darüber erteilt, warum es denn nun DER oder DAS Teil und DER Vorteil und DAS Urteil heißt. Es geht ums Teilen:

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Neulich – Synonyme

Veröffentlicht: 10. März 2014 in Uncategorized

Neulich warf mir die Karine wieder so einen Knochen hin. Also, so nach der Art „Perlen vor die Säue“. Und ich hab dann wieder mal mein „Experten“-Wissen raushängen lassen, was im ersten Moment natürlich immer nur ein Rumstochern-also, ich glaub was zu wissen – oder das müsste doch eigentlich so sein-Wissen war. Sie fragte mich doch ernsthaft, ich war gerade zwischen roter Beete und Ruccula, was denn nun genau (diese Liebe mag es ungemein, das Wort „genau“ zu benutzen) der Unterschied zwischen „mittlerweile“ und „inzwischen“ sei. Es geht um die so geliebte und doch auch so verlogene Welt der Synonyme.
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Jugendsprache, die Dritte

Veröffentlicht: 28. November 2013 in Uncategorized
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Mein Babo sagt: YOLBE. Da bleib ich ganz gediegen und denk mir: Das ist ja wohl Gehirnfasching. Mach meinen Standby-Blick und denk mir FISH.  Nix verstanden? Macht nix. Ist wieder mal kein Deutsch, ist Jugendsprache.

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chillen

Ich hab’s lange vor mir her geschoben, denn jetzt kommen wir in den Bereich der C-Wörter wie chillen und chillaxen. Und das ist gar nicht so einfach. Also schaun wir mal rein, wie das Jungvolk so redet. Den Rest des Beitrags lesen »

Ja, kommt da nun ein „s“ oder nicht?

Veröffentlicht: 30. April 2013 in Grammatik
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Früher (also so bis ins späte 17. Jahrhundert) war alles ganz einfach. Da wurden alle Komposita schön getrennt und Nomen alle klein geschrieben, wie man hier an einer Luther-Bibel von 1534 sehen kann: wind wuerbel, platz regen, hagel steineBildschirmfoto 2013-04-30 um 10.58.38Im Deutsch unserer Tage dagegen wird verbunden, was das Zeug hält: Adjektive gehen eine Liaison mit Substantiven ein (Großmutter, Kleinkunst, Schwachstelle, Niedriglohn), Verben tun’s ihnen gleich (Leseratte, Trinkspruch, Schreibgerät, Essenmarke)und Substantive kennen untereinander auch keine Berührungsängste (Kaffeemaschine, Filterpapier, Produzentenadresse, Katalogverlag, Verlagsdirektor, Stellenausschreibung oder alle diese zusammen: Kaffeemaschinenfilterpapierproduzentenadressenkatalogverlagsdirektorenstellenausschreibung) Bei den dabei neu entstehenden Substantiven werden manchmal (aber eben nicht immer) Verbindungselemente wie das sogenannte Fugen-s oder -n benötigt. Dafür muss es doch Regeln geben. Eine Suche.

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Brigitte, könnten Sie mal …

Veröffentlicht: 21. April 2013 in Uncategorized
Schlagwörter:, , , ,

Wenn man Deutsch von der Pike auf lernt, bekommt man relativ früh eingetrichtert, dass der Deutsche an sich ein sehr höflicher, vor allem aber Höflichkeit erwartender Mensch ist. Und so geben sich die ersten Lektionen aller Grundstufen-Lehrwerke auch recht förmlich: „Guten Tag, wie heißen Sie? Woher kommen Sie? Können Sie mir bitte helfen? Alles Humbug!

Wie und wann und wo man richtig duzt und siezt. Eine Feldforschung in Deutschland. Den Rest des Beitrags lesen »

Angeschossenes Geschoss

Veröffentlicht: 14. Januar 2013 in Uncategorized

Neulich bei Rosvita, nach einem wirklich köstlichen Kabeljau, kam man mal wieder so ins Schwadronieren. Und irgendwie fiel das Wort Geschoss. Und man verstand sich nicht gleich und fragte nach „Das Projektil oder die Etage?“ –
Ach ja: ein Wort und zwei Bedeutungen und schreibt sich auch noch gleich! In dem Moment hatte der Jorge wieder dieses „Na-das-kann-ja-heut-noch-heiter-werden-Gesicht“ aufgesetzt und irgend so ein überschlauer Deutschlehrer fragte dann noch „Was is’n dann eigentlich n angeschossenes Geschoss?“ Um gleich noch die Antwort zu liefern: „Na eine Etage mit mindestens einem Loch in einer Wand.“ Es geht um Wörter mit mehreren Bedeutungen und verwirrenden Entstehungsgeschichten.  Den Rest des Beitrags lesen »